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Andrena hattorfiana

(Fabricius 1775)

Knautien-Sandbiene

  • Andrena hattorfiana
  • Andrena hattorfiana

male14–16 mm. Clypeus und gelegentlich Flecken daneben weißlich. Alle Tergite schwarz oder die ersten zwei rot, glatt, zerstreut punktiert, 2–4 mit lockeren Haarbinden.
male 14–16 mm. Endfranse goldgelb. Schienenbürste zweifarbig goldgelb und weiß. Alle Tergite schwarz oder die ersten zwei rot, 2–4 mit schmalen Haarbinden. Spezieller Blütenbesuch ! [Großansichten: auf Bild klicken]

Andrena hattorfiana

Das Männchen von Andrena hattorfiana ist an seinem weißen Clypeus (Kopfschild) zu erkennen. Beachte die großen Pollenkörner der Wiesen-Witwenblume.

Verbreitung

Fast ganz Europa; nordwärts bis 63 °n. Br. In den Schweizer Alpen bis 2000 m. – In Deutschland weit verbreitet, von der Ebene bis in die höheren Lagen der Mittelgebirge. Mäßig häufig.

Lebensraum

Trockene Fettwiesen, Streuobstwiesen, Hochwasserdämme, Magerrasen, Waldränder. Nester auf schütter bewachsenen, horizontalen oder mäßig geneigten Flächen. Keine Bevorzugung bestimmter Bodenarten. Maßgeblich für ein Vorkommen sind ausreichende Bestände der Pollenquellen.

Wiese
  • Wiese
    Wo in Wiesen noch so schöne Bestände der Witwenblume blühen, gibt es für Andrena hattorfiana keinen Mangel an Nahrungspflanzen und Nistplätzen.
  • Wiese
    Wo in Wiesen noch so schöne Bestände der Witwenblume blühen, gibt es für Andrena hattorfiana keinen Mangel an Nahrungspflanzen und Nistplätzen.

Wo in Wiesen noch so schöne Bestände der Witwenblume blühen, gibt es für Andrena hattorfiana keinen Mangel an Nahrungspflanzen und Nistplätzen.[Für Großansicht auf Bild klicken]

Nistweise

Nistet in selbstgegrabenen Hohlräumen in der Erde. Die offensichtlich sehr schwer zu findenden Nester blieben lange unbekannt. 2004 in Schweden entdeckte Nester (Larsson & Franzén 2007) waren auf mehr oder weniger ebenen, nur schütter bewachsenen Flächen angelegt: auf einer traditionell bewirtschafteten Heuwiese, auf einer Pferdeweide und auf einem Trampelpfad. Die Nester hatten keinen Tumulus und der Nesteingang war oft unter einer Rosette des Kleinen Habichtskrauts (Hieracium pilosella) versteckt. Die Brutzellen lagen rund 18 cm tief im Boden, am Ende von Seitengängen, die von einem nahezu senkrechten, rund 17 cm langen Hauptgang abgingen. Ein Nest enthält vermutlich bis zu 6 Brutzellen. A. Krebs fand ein Nest im Wiesenboden zwischen den Pflanzen der Wiesenkräuter.

Andrena hattorfiana

Nest von Andrena hattorfiana zwischen den krautigen Pflanzen einer Wiese. [Foto: Albert Krebs, www.e-pics.ethz.ch/de/home/ (Lizenz CC BY-SA 4.0)]

Andrena hattorfiana

Dieses Weibchen von Andrena hattorfiana ist gerade von einem Sammelflug zurückgekehrt. [Foto: Albert Krebs, www.e-pics.ethz.ch/de/home/ (Lizenz CC BY-SA 4.0)]

Blütenbesuch

Oligolektische, auf Vertreter der Unterfamilie Dipsacoideae (früher Dipsacaceae) innerhalb der Caprifoliaceae (Geißblattgewächse) spezialisierte Art. In Mitteleuropa ist die Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis) die Hauptpollenquelle. Daneben werden auch die Wald-Witwenblume (Knautia maxima) sowie die Balkan-Witwenblume (Knautia drymeia) und als Zierpflanzen die Mazedonische Witwenblume (Knautia macedonica) genutzt. Spätfliegende Weibchen sammeln auch an der Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria). Für die rund 10,3 Tage dauernde Verproviantierung eines Nestes werden auf 66 Sammelflügen 72 Blütenstände benötigt, die 11 Pflanzen von Knautia arvensis entsprechen (Larsson & Franzén 2007).

Auch die Männchen besuchen vorwiegend Knautien, vereinzelt auch andere Nektarquellen.

Andrena hattorfiana, Männchen beim Nektarerwerb auf der Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis).

Andrena hattorfiana, Männchen beim Blütenbesuch auf der Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense).

Andrena hattorfiana, Weibchen beim Nektarerwerb auf der Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis).

Andrena hattorfiana, Weibchen bei der Pollenernte auf der Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis). Beachte die großen Pollenkörner!

Andrena hattorfiana, Weibchen bei der Pollenernte auf der Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis).

Andrena hattorfiana, Weibchen bei der Pollenernte auf der Wiesen-Witwenblume. Die weißen Pollenkörner in der Transportbehaarung stammen von der Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), auf deren Blütenstand das Weibchen vorher gesammelt hat.

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    Andrena hattorfiana, Männchen beim Nektartrinken auf Knautia arvensis.
  • Andrena hattorfiana
    Andrena hattorfiana , Männchen beim Blütenbesuch auf der Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense).
  • Andrena hattorfiana
    Ein Weibchen von Andrena hattorfiana , Weibchen beim Nektarerwerb auf der Wiesen-Knautia (Knautia arvensis).
  • Andrena hattorfiana
    Ein Weibchen von Andrena hattorfiana bei der Pollenernte auf der Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis).
  • Andrena hattorfiana
    Ein Weibchen von Andrena hattorfiana bei der Pollenernte auf der Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis).
  • Andrena hattorfiana
    Ein Weibchen von Andrena hattorfiana bei der Pollenernte. Die weißen Pollenkörner in der Transportbehaarung stammen von der Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), auf deren Blütenstand das Weibchen vorher gesammelt hat.

Kuckucksbienen

Wespenbienenart Nomada armata.

Phänologie

Univoltin. Flugzeit von Mai bis Ende August. Es gibt Hinweise auf eine möglicherweise partielle 2. Generation.

Gefährdung und Schutz

Die Art fehlt vielerorts bereits, ist aber regional noch mäßig häufig. Durch die enorm intensivierte Nutzung des Grünlands und den hierdurch verursachten enormen Rückgang von mageren Wiesen ist vielerorts gefährdet. Durch die Anlage von Wiesen mit größeren Beständen von Knautien und Skabiosen sowie durch die Kultur der Mazedonischen Witwenblume in Staudengärten kann diese hübsche Sandbiene wirksam gefördert werden. Im Bereich der Nistansprüche ist eine Förderung der im Boden nistenden Art bislang nicht möglich.

Rote Liste Deutschland: Gefährdet (3).

Literatur

Larsson, M. & Franzén, M. (2007): Critical resource levels of pollen for the declining bee Andrena hattorfiana (Hymenoptera, Andrenidae). – Biol. Conserv. 134: 405–414.

Nomada armata