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Verbesserung des Nahrungsangebots -9-
Balkon- und Terrassenpflanzen

Terrasse

Auch so kann eine Terrasse gestaltet und bepflanzt sein: Kalkschutt mit einer reichen Flora mit u. a. Kugellauch (Allium sphaerocephalon), Färber-Hundskamille (Anthemis tinctoria), verschiedenen Glockenblumen (Campanula), Gewöhnliches Sonnenröschen (Helianthemum nummularium), Flachblättrige Mannstreu (Eryngium planum), Gewöhnlicher Natterkopf (Echium vulgare), Wilde Möhre (Daucus carota), Kleinblütige Königskerze (Verbascum densiflorum).

Wechselnde Blühaspekte

Durch den im Jahresverlauf immer wieder wechselnden Blühaspekt kann die Bepflanzung eines Balkons oder einer Terrasse von hoher ästhetischer Wirkung sein. Für die Kästen und Container sollte man als Pflanzerde keinesfalls »Balkonblumenerde« verwenden. Diese ist viel zu humusreich und war meist ganz oder teilweise aus verrottetem Hochmoortorf hergestellt, den wir aus Gründen des Moorschutzes ohnehin nicht verwenden sollten und der heute in vielen Substraten der Gartenmärkte nicht mehr enthalten ist. Wir besorgen uns daher in der Umgebung unseres Wohnortes humusarmen Boden (z.B. lehmigen Sand, sandigen Lehm), dem wir etwas Kompost beimischen. Auch Gartenerde können wir nehmen, wenn sie durch Beigabe von Sand abgemagert wird. Natürlich muß für guten Wasserablauf gesorgt werden. Eine mäßige Gabe organischen Düngers sollte im Frühling erfolgen. Zu jeder Zeit sollte Staunässe vermieden werden (im Winter gegebenfalls abdecken!). Bei großer Hitze im Sommer muß natürlich jeden Tag gegossen werden.

Was sich nicht eignet

Pelargonien (»Geranien«), Petunien oder Pantoffelblumen, oft verwendete Balkonpflanzen, sind für heimische Wildbienen wegen ihrer Herkunft aus anderen Erdteilen (Südafrika, Mittel- und Südamerika) völlig uninteressant. Nur das Taubenschwänzchen, ein zur Schmetterlingsfamilie der Schwärmer zählender Wanderfalter, kann mit den Pelargonien etwas anfangen; wie ein Kolibri im Stehflug schwirrend saugt das Taubenschwänzchen mit seinem langen Rüssel den Nektar aus den langen Kronröhren.

Leicht können aber einjährige Blumen und Wildkräuter sowie eine ganze Reihe von Stauden auch in Balkonkästen und in Kübeln kultiviert werden. Bevor ich meinen Balkon mit einem größeren Garten tauschen konnte, blühten dort von April bis Oktober rund 30 verschiedene Arten an Wild- und Nutzpflanzen.

Balkonbepflanzung

Mein früherer Balkon in Tübingen mit verschiedenen ein- und mehrjährigen Pflanzen wie Färber-Kamille (Anthemis tinctoria), Deutscher Ziest (Stachys germanica), Kornblume (Centaurea cyanus), Wilde Resede (Reseda lutea) und Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata).

Balkon

Die zweijährige Weiße Resede (Reseda alba) war früher in Bauerngärten verbreitet. Sie ist genauso attraktiv wie die anderen Reseda-Arten.

Balkon_Fetthenne

Felsen-Fetthenne (Sedum rupestre) im Balkonkasten.

Erysimum

Im Gartenhandel werden gelbe und violette, leider nicht sehr langlebidge Schöterich-Hybriden (Erysimum) angeboten. Sie werden sowohl von solitären, als auch parasitischen Frühlingsbienen besucht. Auch Hummelköniginnen lassen sich an ihren Blüten beobachten.

Andrena flavipes

Ein frisch geschlüpftes Weibchen der Sandbienenart Andrena flavipes trinkt Nektar in einer Blüte einer violetten Erysimum-Hybride.

Osmia brevicornis

Auch die oligolektische Schöterich-Mauerbiene (Osmia brevicornis) nutzt die Erysimum-Hybriden als Pollenquelle.

Inula ensifolia

Im Sommer liefert der Zwerg-Alant (Inula ensifolia) ein reiches Pollenangebot.

Megachile rotundata

Die Blattschneiderbienenart Megachile rotundata versorgt sich auf dem Blütenstand des Zwerg-Alants (Inula ensifolia) mit Pollen für die Brut.

Campanula poscharskyana

Glockenblumen, hier die Ranken-Glockenblume (Campanula poscharskyana), lassen sich in Töpfen und Blumeampeln auch auf Terrasse und Balkon kultivieren.

Andrena curvungula

Sogar die selten gewordene Braunschuppige Sandbiene (Andrena curvungula) konnte ich bei der Pollenernte in meinem Garten antreffen, nachdem ich ihr die Ranken-Glockenblume (Campanula poscharskyana) angeboten hatte.

Bombus hypnorum

Sogar Hummeln mehrerer Arten, hier eine Baumhummel (Bombus hypnorum), sammeln an der Ranken-Glockenblume (Campanula poscharskyana) Nektar und Pollen.

Pflanzen für wildbienenfreundliche Balkone und Terrassen

Balkonkasten

  • Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata)
  • Ranken-Glockenblume (Campanula poscharskyana)
  • Dalmatiner Glockenblume (Campanula portenschlagiana)
  • Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Schwertalant (Inula ensifolia)
  • Weidenblättriges Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium)
  • Färberkamille (Anthemis tinctoria)
  • Felsen-Fetthenne (Sedum rupestre)
  • Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)
  • Wollige Strohblume (Helichrysum x »Schwefellicht«)
  • Echter Thymian (Thymus vulgaris)
  • Blaukissen (Aubrieta deltoidea)
  • Berg-Steinkraut (Alyssum montanum)
  • Kugellauch (Allium sphaerocephalon)
  • Berg-Lauch (Allium senescens)

Blumenkübel

  • Wilde Resede (Reseda lutea)
  • Färber-Resede (Reseda luteola)
  • Weiße Resede (Reseda alba)
  • Aufrechter Ziest (Stachys recta)
  • Deutscher Ziest (Stachys germanica)
  • Berg-Bohnenkraut (Satureja montana)
  • Katzenminze (Nepeta fassenii)
  • Natterkopf (Echium vulgare)
  • Wilde Platterbse (Lathyrus sylvestris)
  • Knollen-Platterbse (Lathyrus tuberosus)
  • Acker-Glockenblume (Campanula rapunculoides)
  • viele weitere ein- bis zweijährige Pflanzen und Wildstauden

Viele praktische Tips zur Pflanzung und Pflege ausdauernder Arten für Balkon und Terrasse liefert das Buch »Das Wildpflanzen Topfbuch« von Reinhard Witt (erhältlich über den Buch-Shop des Autors.

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