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Verbesserung des Nahrungsangebots -7-
Wildstauden

Campanula rotundifolia

Glockenblumen wie die Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) sollten in keinem Wildbienen-Garten fehlen.

Campanula glomerata

Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata)

Osmia cornuta an Muscari

Pfirsischblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia)

Campanula rapunculoides

Acker-Glockenblume (Campanula rapunculoides)

Aus der enormen Fülle der im Handel erhältlichen Stauden (ausdauernde Kräuter) führe ich hier nur die auf, die hervorragende Nahrungspflanzen für Wildbienen sind. Berücksichtigt sind einheimische Wildstauden, die sich im Staudenbeet, im Steingarten, im Saum von Hecken oder am Tümpelrand gut integrieren lassen. Wer der Vogelwelt das Nahrungsangebot erweitern und den in Stengeln überwinternden Insekten Unterschlupf bieten möchte, sollte zumindest einen Teil der Fruchtstände über den Winter stehen lassen und erst im April zurückschneiden. Durch natürliche Versamung erhalten wir auf diese Weise in vielen Fällen auch Jungpflanzen.

Tanacetum vulgare

Der Rainfarn (Tanacetum vulgare) ist eine typische Pollenquelle einiger oligolektischer Seidenbienenarten (Colletes daviesanus, Colletes fodiens, Colletes similis). Er wird aber auch von anderen Korbblütler-Spezialisten des Hochsommers wie z. B.der Gewöhnlichen Löcherbiene (Heriades truncorum) genutzt.

Colletes daviesanus

Buckel-Seidenbiene (Colletes daviesanus) bei der Pollenernte.

Macropis fulvipes

Wald-Schenkelbiene (Macropis fulvipes) bei der Pollenernte an Lysimachia punctata.

Lysimachia punctata
Lysimachia vulgaris

Die beiden Gilbweiderich-Arten Lysimachia punctata (links) und Lysimachia vulgaris (rechts) sind die Pollenquellen der Schenkelbienen-Art Macropis fulvipes (Mitte), die vereinzelt auch in Gärten vorkommt, wenn sie dort »ihre« Pollenlieferanten findet. Da die beiden Gilbweiderich-Arten keinen Nektar, sondern fette Öle in ihren Blüten produzieren, benötigt die Schenkelbiene zusätzlich andere Pflanzen als Nektarquellen. (Die zweite, in Mitteleuropa vorkommende Macropis-Art, Macropis europaea fliegt drei bis vier Wochen später und sammelt überwiegend außerhalb des Siedlungsbereichs in Hochstaudenfluren feuchter Standorte an Lysimachia vulgaris.)

Nepeta fassenii

Wie viele andere Lippenblütler ist auch die Katzenminze (Nepeta x fassenii) vor allem bei manchen Pelzbienen, Wollbienen und Hummeln als Nektar- und Pollenquelle besonders beliebt.

Anthophora quadrimaculata

Ein Weibchen der Vierfleck-Pelzbiene (Anthophora quadrimaculata) bei der Pollenernte an der Katzenminze.

Eine erfolgreiche Staudenpflanzung ist auch mitten in der Stadt möglich. ➔

Für Wildbienen als Nahrungsquellen empfohlene Stauden

Die von Pollenspezialisten bevorzugten Pflanzenarten sind in der folgenden Liste besonders berücksichtigt.
Diese Liste ist urheberrechtlich geschützt. Sie beruht auf jahrelangen wissenschaftlichen Untersuchungen und darf daher nur unter Angabe der Quelle und ihres Urhebers verbreitet werden.

Lippenblütler

  • Woll-Ziest (Stachys byzantina). Steingarten. Nicht nur Nahrungspflanze sondern auch Lieferant von Baumaterial für die Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum).
  • Heilziest (Betonica officinalis). Staudenbeet.
  • Aufrechter Ziest (Stachys recta). Steingarten.
  • Sumpf-Ziest (Stachys palustris). Tümpelrand.
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica). Halbschattige Orte, Tümpelrand. Pollenquelle der Wald-Pelzbiene (Anthophora furcata).
  • Nesseln (Lamium-Arten). Halbschattige, nährstoffreiche Orte. Regelmäßige Besucher sind die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) und Hummelköniginnen
  • Schwarznessel (Ballota nigra). Stark rückläufige Charakterart stickstoffreicher Plätze in Dörfern, braucht stickstoffreichen Boden. Besonders beliebt bei der Vierfleck-Pelzbiene (Anthophora quadrimaculata) und der Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum).
  • Garten-Katzenminze (Nepeta x fassenii). Hohe Attraktivität bei Wildbienen wie bei der Schwarznessel.
  • Herzgespann (Leonurus cardiaca). Liebt stickstoffreichen Boden.
  • Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys). Steingarten.

Schmetterlingsblütler

  • Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus). Staudenbeet, Heckensaum. Pollenquelle der Wicken-Sandbiene (Andrena lathyri).
  • Zaun-Wicke (Vicia sepium). Heckensaum. Pollenquelle der Wicken-Sandbiene (Andrena lathyri) und der Mai-Langhornbiene (Eucera nigrescens).
  • Hauhechel (Ononis-Arten). Steingarten. Beliebt bei der Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) und der Platterbsen-Mörtelbiene (Megachile ericetorum).

Glockenblumen-Gewächse

  • Glockenblumen (Campanula- und Adenophora-Arten), z.B. Knäuel-Glockenblume (C. glomerata), Pfirsichblättrige Glockenblume (C. persicifolia) und Duft-Becherglocke (Adenophora confusa) für das Staudenbeet. Rundblättrige Glockenblume (C. rotundifolia) und Ranken-Glockenblumen (C. poscharskyana, C. portenschlagiana) für Steingarten und Trockenmauer. Nesselblättrige Glockenblume (C. trachelium) für halbschattige Plätze. — Alle Glockenblumen sind bei vielen Bienenarten äußerst beliebt; unverzichtbar sind sie für spezialisierte Scherenbienen-Arten (Chelostoma rapunculi, Chelostoma distinctum, Chelostoma campanularum) sowie die Glockenblumen-Schmalbiene (Lasioglossum costulatum) und die Glockenblumen-Sägehornbiene (Melitta haemorrhoidalis).
  • Ausdauernde Sandrapunzel (Jasione laevis). Steingarten.

Boretschgewächse

  • Lungenkraut (Pulmonaria-Arten). Halbschatten. Wichtig als Frühlings-Nahrung für einige Hummelköniginnen und die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes).
  • Gemeiner Beinwell (Symphytum officinale). Feuchter Gehölzrand. Rauher Beinwell (Symphytum asperum). Lang blühende, hervorragende Hummelblume, wird auch eifrig von der Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) genutzt. Braucht viel Platz, breitet sich gern vegetativ aus.
  • Gewöhnliche Ochsenzunge (Anchusa officinalis). Vor allem auf Sand- und Löß. Dort sehr selten alleinige Pollenquelle der Ochsenzungen-Sandbiene (Andrena nasuta). Für das Staudenbeet oder eine Pflanzung zweijähriger Arten.

Dickblattgewächse

  • Fetthennen (Sedum-Arten), v.a. Felsen-Fetthenne (Sedum rupestre). Steingarten, Trockenmauer. Größere Bestände der Felsen-Fetthenne (1/4 qm und mehr) verteidigen die Männchen der Spalten-Wollbiene (Anthidium oblongatum) als Nahrungsrevier für ihre Weibchen. Andere Männchen werden verjagt.

Kreuzblütler

  • Blaukissen (Aubrieta deltoidea). Steingarten, Trockenmauer. Besonders gern patrouillieren die Männchen der Frühlings-Pelzbiene an dieser Pflanze.
  • Steinkraut (Alyssum-Arten) für Steingarten und Trockenmauer, z.B. Berg-Steinkraut (Alyssum montanum), Felsen-Steinkraut (Alyssum saxatile). Pollenquelle einiger Sandbienen (Andrena) und Schmalbienen (Lasioglossum).
  • Schweizer Schöterich (Erysimum rhaeticum) und Gänse-Schöterich (Erysimum crepidifolium). Steingarten. Wichtig für Schöterich-Mauerbiene (Osmia brevicornis).
  • Nachtviole (Hesperis matronalis). Staudenbeet. Wird ebenfalls gern von Osmia brevicornis genutzt.

Korbblütler

  • Rainfarn (Tanacetum vulgare), besonders wichtig für Buckel-Seidenbiene (Colletes daviesanus) und Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus), aber auch für andere Korbblütler-Spezialisten wie die Gewöhnliche Löcherbiene (Heriades truncorum). Ersatzweise, aber weniger attraktiv: Gold-Schafgarbe (Achillea filipendulina) (aus Vorder- und Mittelasien). Staudenbeet.
  • Färber-Kamille (Anthemis tinctoria). Sonnige Plätze. Wird sehr gerne von der Gewöhnlichen Löcherbiene (Heriades truncorum) besucht.
  • Schwertalant (Inula ensifolia). Steingarten. Wird gerne von den Blattschneiderbienenarten Megachile centuncularis und Megachile rotundata genutzt.
  • Wiesen-Alant (Inula britannica), nicht zu trockene Stellen, breitet sich durch Ausläufer schnell aus.
  • Ruhr-Flohkraut (Pulicaria dysenterica). Spätblühend. Tümpelrand.
  • Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium). Kalkliebend. Steingarten oder Staudenbeet.
  • Rispen-Flockenblume (Centaurea stoebe). Trockenwarmer Standort. In der Oberrheinischen Tiefebene gerne von der Gekerbten Löcherbiene (Heriades crenulatus) und der Steinbienenart Lithurgus chrysurus genutzt.
  • Wegwarte (Cichorium intybus). Trockenwarmer Standort. Besonders beliebt bei der Wegwarten-Hosenbiene (Dasypoda hirtipes) sowie der Stumpfzähnigen und der Spitzzähnigen Zottelbiene (Panurgus calcaratus, Panurgus dentipes).

Primelgewächse

  • Punkt-Gilbweiderich (Lysimachia punctata), Heckenrand, Staudenbeet. Wichtige Pollenquelle für die Wald-Schenkelbiene (Macropis fulvipes).
  • Gewöhnlicher Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris), Tümpelrand, Sumpfbeet. Einzige Pollenquelle der Auen-Schenkelbiene (Macropis europaea), die vor allem für Niedermoore und Hochstaudenfluren feuchter Standorte charakteristisch ist.

Doldengewächse

  • Mannstreu (Eryngium-Arten), v. a. Feld-Mannstreu (Eryngium campestre) und Flachblättriger Mannstreu (Eryngium planum); beide lieben sonnigen, durchlässigen Boden in warmen Lagen. Sehr selten Pollenquelle der Mannstreu-Seidenbiene (Colletes hylaeiformis) und selten auch der Bärenklau-Sandbiene (Andrena rosae); ansonsten in wärmeren Lagen sehr beliebt bei der Luzerne-Blattschneiderbiene (Megachile rotundata) und anderen BIenenarten.

Geißblattgewächse (Unterfamilie Kardengewächse)

  • Witwenblumen oder Knautien, z.B. Wiesen-Knautie oder Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis), Staudenbeet, Magerwiese. Wald-Knautie (Knautia maxima), Heckensaum. Pollenquellen der Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana). Ersatzweise auch die reich und lang blühende Mazedonische Knautie (Knautia macedonica), Staudenbeet.
  • Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria). Staudenbeet, Magerwiese. Pollenquelle der seltenen Skabiosen-Sandbiene (Andrena marginata) und der sehr seltenen Skabiosen-Hosenbiene (Dasypoda argentata). Staudenbeet, Magerwiese. Außerdem Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca), Staudenbeet.
  • Teufelsabbiß (Succisa pratensis). Feuchte Standorte. Pollenquelle der Skabiosen-Sandbiene (Andrena marginata)

Malvengewächse

  • Malven-Arten, z.B. Moschus-Malve (Malva moschata), Rosen-Malve (Malva alcea). Staudenbeet. An wenigen Orten in Thüringen, Bayern, Hessen und Baden-Württemberg Pollenquellen der Malven-Langhornbiene (Eucera macroglossa).
  • Thüringer Strauchpappel (Lavatera thuringiaca). Staudenbeet. Früher in den Bauerngärten. Gleiche Bedeutung für Wildbienen wie die Malven-Arten. Im Wuchs etwas höher. Langblühend.

Nachtkerzengewächse

  • Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium). Staudenbeet, Heckenrand. Pollenquelle der Blattschneiderbienenart Megachile lapponica.

Blutweiderichgewächse

  • Blutweiderich (Lythrum salicaria). Staudenbeet, feuchte Standorte. Pollenquelle der seltenen Blutweiderich-Langhornbiene (Eucera salicariae) und der mäßig häufigen Blutweiderich-Sägehornbiene (Melitta nigricans).

Zistrosengewächse

  • Sonnenröschen (Helianthemum), z.B. Gewöhnliches Sonnenröschen (Helianthemum nummularium). Staudenbeet, Steingarten.

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