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Lebensraum Magerrasen

Anthidium strigatum (Panzer 1805)

Kleine Harzbiene

Anthidium strigatum WeibchenAnthidium strigatum Männchen

Links: Weibchen (Größe:6-7 mm) beim Blütenbesuch am Gewöhnlichen Hornklee (Lotus corniculatus). Die überwiegend nach innen gerückten, gelben Flecken sind für die kleinste der heimischen Anthidium-Arten besonders typisch [Großansicht]. Ein weiteres Merkmal ist der vorstehende, gerundete Rand des Clypeus (Kopfschild). - Rechts: Männchen (Größe: 6-7 mm), das sich zum Schlafen mit den Mandibeln an einem Grashalm festgebissen hat [Großansicht]. Das Männchen ähnelt dem Weibchen sehr. Sein 7. Sternit (Bauchsegment) ist in einen Dorn ausgezogen.

Verbreitung

In ganz Deutschland verbreitet. In den Alpen bis in einer Höhe von 2000 m.

Lebensraum

Die Trockenheit und Wärme liebende Art besiedelt offene Felshänge, südexponierte Waldränder, Sand- und Wacholderheiden, alte Weinbergbrachen, Sand- und Kiesgruben und stillgelegte Steinbrüche. Vereinzelt auch im Siedlungsbereich (Gärten, Parkanlagen). Im Lebensraum müssen Kiefern oder andere Nadelhölzer wachsen.

Lautertal - Schwäbische Alb

Ausgedehnte Wacholderheide im Tal der Großen Lauter auf der Schwäbischen Alb, ein charakteristischer Lebensraum der Kleinen Harzbiene und weiterer xerothermophiler Bienenarten.

Die Art ist ein typischer Teilsiedler. Der Gesamtlebensraum kann sich z.B. aus den drei Teillebensräumen Felsschutthalde, Waldrand und Magerrasen zusammensetzen. Auf der Schutthalde werden die aus Harz bestehenden Brutzellen an einem Stein befestigt (Nistplatz); das Baumaterial (Harz) wird an einer Kiefer (Baustofflieferant) eines nahe gelegenen Waldrandes gewonnen; zum Versorgen der Brutzellen mit den Blütenprodukten Pollen und Nektar fliegt die Biene auf den benachbarten Magerrasen (Nahrungsraum), wo der Hornklee (Lotus corniculatus), ihre Hauptpollenquelle, wächst.

Nistweise

Die Nester sind Freibauten aus bis zu 8 tropfenförmigen Brutzellen, die in kleinen Gruppen angeordnet sein können. Als Nistplätze dienen kleinere oder größere Steine (Findlinge), dürre Pflanzenstengel oder Baumstämme sowie Findlinge oder Grenzsteine, wo die Brutzellen meist auf der Südseite und fast stets in Bodennähe angeheftet werden.

Anthidium strigatum - Brutzelle an Stengel

Links ist eine Zelle abgebildet, die an einem Stengel befestigt wurde und aus der die Harzbiene bereits geschlüpft ist, indem sie ein Loch in den Kokon und in die Zellenwand genagt hat. Die einzelnen Phasen des Baus und der Verproviantierung der Brutzellen werden auf dieser Seite dargestellt.


Blütenbesuch

Bislang sind Vertreter von 6 Pflanzenfamilien als Pollenquellen bekannt geworden, so daß Anthidium strigatum polylektisch ist. Allerdings wird Hornklee (Lotus) deutlich bevorzugt. Pollenquellen: Boraginaceae: Gewöhnlicher Natterkopf (Echium vulgare); Campanulaceae: Berg-Sandrapunzel (Jasione montana); Cistaceae: Gewöhnliches Sonnenröschen (Helianthemum nummularium); Crassulaceae: Felsen-Fetthenne (Sedum reflexum), Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum); Fabaceae: Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus), Luzerne (Medicago sativa), Weißklee (Trifolium repens); Rosaceae: Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans). - Die Pollenladungen sind meist Mischladungen und enthalten überwiegend Pollen von 2 Pflanzenarten, mitunter aus 2 Pflanzenfamilien, vereinzelt auch 4 Arten aus 4 Pflanzenfamilien.

Kuckucksbienen

Die zum Verwechseln ähnliche Düsterbiene Stelis signata ist die einzige bisher bekannt gewordene Kuckucksbiene.

Phänologie

Die Flugzeit der Art beginnt meist Ende Juni und dauert bis in den August.

Gefährdung und Schutz

Die nach wie vor regelmäßig anzutreffende Art ist in Deutschland noch nicht gefährdet, da sie ein weites Spektrum von Lebensräumen besiedelt, wo die zur Brutversorgung benötigten Requisiten noch ausreichend vorhanden sind.

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