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Lebensraum Magerrasen

Verfrühtes Schlüpfen eines Männchens von Osmia aurulenta (Goldene Schneckenhaus-Mauerbiene)

7. Oktober 2009

Da heute das Wetter noch einmal so richtig sommerlich wurde und die Temperaturen bis ca. 28 °C stiegen, unternahm ich eine Exkursion ins Obere Neckartal zwischen Rottenburg und Horb. Nur noch wenige Bienenarten waren auf Blüten zu entdecken. Dabei handelte es sich vor allem um die Männchen der Schmalbienenarten Lasioglossum pauxillum und Lasioglossum morio. Außerdem fand ich ein Männchen von Ceratina cyanea (Gewöhnliche Keulhornbiene), das überwintern wird. Diesjährige Männchen und Weibchen verkriechen sich vor Beginn der kalten Jahreszeit oft gemeinsam und zu mehreren in einem hohlen Pflanzenstengel und bilden so eine Überwinterungsgemeinschaft. Die Paarung findet erst im Frühling statt.

Straßenböschung im Neckartal

Auf dieser südexponierten, hin und wieder gemähten Straßenböschung, an die sich ein lichter Hangwald anschließt, blühten noch Gewöhnliches Bitterkraut (Picris hieracioides), Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia), Wiesen-Knautie (Knautia arvensis), Einjähriger Feinstrahl (Erigeron annuus) und Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare).

  • Colletes hederae Weibchen am Nest
    Osmia aurulenta (Goldene Schneckenhaus-Mauerbiene) male
    Daß dieses Männchen frisch geschlüpft ist, kann man außer an der rostfarbenen Färbung der Haarbinden des Hinterleibs auch an den unversehrten Flügelrändern sehen.

Ein Männchen von Osmia aurulenta, das bereits im Herbst geschlüpft ist. Seine Erscheinungszeit ist eigentlich der Frühling.
[Großansicht: Auf das Bild klicken.]

 

Zu meiner großen Überraschung entdeckte ich auf obiger Straßenböschung ein frisch geschlüpftes Männchen von Osmia aurulenta (Goldene Schneckenhaus-Mauerbiene). Normalerweise schlüpfen die Männchen dieser Art etwa Anfang April, die in leeren Schneckengehäusen nistenden Weibchen etwas später. In den vergangenen Tagen waren die Nächte teilweise recht kühl (bis 5 °C). Möglicherweise haben die heutigen hochsommerlichen Temperaturen das Männchen aus seiner Brutzelle in einem Schneckenhaus gelockt und damit zur Unzeit, weil viel zu früh. Ich bezweifle, daß es eine Chance hat, den Winter zu überleben. Seine Artgenossen befinden sich noch als vollentwickelte Bienen in ihrem Kokon, den sie erst im Frühjahr aufbeißen werden, um ihre Entwicklungsstätte zu verlassen.
Ein Foto eines Weibchens auf seinem Schneckenhaus findet sich auf dieser Seite oben links.

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