Verbesserung der Nistmöglichkeiten -3-
Nisthilfen für Bewohner von Totholz

Weitere Möglichkeiten:
Für Bewohner vorhandener Hohlräume
Für Bewohner markhaltiger Stengel
Für Steilwandbewohner
Für im Erdboden nistende Arten
Manche Wildbienenarten nagen ihre Nestgänge für die Aufnahme der Brutzellen ausschließlich in Totholz. Sofern sie in der Umgebung unseres Gartens vorkommen, können wir sie anlocken, indem wir im Garten größere morsche Holzklötze, Balken oder dickere Äste einzeln aufstellen (oben rechts) oder zu einem Stapel aufschichten. In Parks und Friedhöfen ist der dort oft vorhandene Altbaumbestand von hoher Bedeutung. Die weißfaulen Äste verschiedener Laubhölzer sind hervorragende Nistgelegenheiten für Morschholzbewohner. Leider wird wegen der Gefahr herabstürzender Äste der Altholzbestand regelmäßig dezimiert. Das bei Baumsanierungen anfallende Holz sollte aber nicht verbrannt, sondern an einer geschützten Stelle mehrere Jahre offen gelagert werden.
Besitzer einer Streuobstwiese sollten wissen: dicke, abgestorbene Äste und erst recht ein ganzer abgestorbener Baum sind für viele Jahre ein hervorragener Kleinlebensraum nicht nur für Spechte und deren Nachmieter, sondern auch für viele Insektenarten. Bei einer unvermeidbaren Rodung sollte wenigstens ein Teil des Stammes oder ein größerer Strunk bis zur völligen Verrottung stehen gelassen werden. Anfallendes, morsches Holz sollte nicht verbrannt werden, sondern mindestens zwei Jahre an einer nicht zu schattigen Stelle gelagert werden, damit sich die darin befindliche Bienenbrut noch voll entwickeln und schlüpfen kann. Stammholz und starke Äste können natürlich auch gezielt zu einem Holzstapel aufgeschichtet werden und bis zur völligen Verrottung für viele Jahre als Nistplatz dienen.

Ein Weibchen der Blauschwarzen Holzbiene (Xylocopa violacea)
beim Besuch einer Kugeldistel. Diese Art gehört zu den größten
heimischen Wildbienen. Sie ist etwa so groß wie eine Hummelkönigin.


Eingang zu einem Nest der Holzbiene (Xylocopa violacea) in einem Pfahl (links).
Das mühsam geöffnete Totholz zeigt 3 Brutzellen mit dem Larvenfutter und jungen
Larven. Die Zwischenwände sind aus Holzgenagsel gebaut.
In den vergangenen Jahren konnte ich in mehreren Ortschaften Südwestdeutschlands feststellen, daß die Schwarzbürstige Blattschneiderbiene (Megachile nigriventris) besonders gerne in morschen Balken von Pergolen nistet. Leider werden dann, wenn die Balken ersetzt werden, in der Regel auch die Nester zerstört. Wer also von einer solchen Besiedlung weiß, sollte zu erreichen versuchen, daß die Balken nicht auf die Deponie gebracht oder verbrannt werden, sondern bis zum Schlüpfen der nächsten Brut an einer geeigneten Stelle gelagert werden (vielleicht sogar im eigenen Garten).
Typische Besiedler der Totholzstrukturen sind:
- Anthophora furcata (Wald-Pelzbiene)
- Megachile nigriventris (Schwarzbürstige Blattschneiderbiene) [ Steckbrief ]
- Xylocopa violacea (Blauschwarze Holzbiene)


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