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Lebensraum Magerrasen

Verbesserung des Nahrungsangebots -7-

Wildstauden

Aus der enormen Fülle der im Handel erhältlichen Stauden (ausdauernde Kräuter) führe ich hier nur die auf, die hervorragende Nahrungspflanzen für Wildbienen sind. Berücksichtigt sind einheimische Wildstauden, die sich im Staudenbeet, im Steingarten, im Saum von Hecken oder am Tümpelrand gut integrieren lassen. Wer der Vogelwelt das Nahrungsangebot erweitern und den in Stengeln überrwinternden Insekten Unterschlupf bieten möchte, sollte zumindest einen Teil der Fruchtstände über den Winter stehen lassen und erst im April zurückschneiden. Durch natürliche Versamung erhalten wir auf diese Weise in vielen Fällen auch Jungpflanzen.

Campanula rapunculoides, Acker-GlockenblumeCampanula glomerata, Büschel-Glockenblume

Glockenblumen sollten in einem Wildbienen-Garten nicht fehlen:
Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculoides), links und
Knäueln-Glockenblume(Campanula glomerata), rechts)

Die in folgender Tabelle mit ! markierten Pflanzen sind für Pollenspezialisten besonders wichtig.

 
Lippenblütler
 
  • Woll-Ziest (Stachys byzantina). Steingarten. Nicht nur Nahrungspflanze sondern auch Lieferant von Baumaterial für die Garten-Wollbiene Anthidium manicatum
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• Heil-Ziest (Stachys officinalis). Staudenbeet
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  • Aufrechter Ziest (Stachys recta). Steingarten
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  • Sumpf-Ziest (Stachys palustris). Tümpelrand
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  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica). Halbschattige Orte, Tümpelrand. Pollenquelle der Wald-Pelzbiene Anthophora furcata
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  • Nesseln (Lamium-Arten). Halbschattige, nährstoffreiche Orte. Regelmäßige Besucher sind die Frühlings-Pelzbiene Anthophora plumipes und Hummelköniginnen
 
  • Kriechender Günsel (Ajuga reptans). Bodendecker. Regelmäßige Besucher sind die Frühlings-Pelzbiene Anthophora plumipes und Hummelköniginnen
 
  • Schwarznessel (Ballota nigra). Stark rückläufige Charakterart stickstoffreicher Plätze in Dörfern, braucht stickstoffreichen Boden. Besonders beliebt bei der Vierfleck-Pelzbiene Anthophora quadrimaculata und der Garten-Wollbiene Anthidium manicatum.
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  • Herzgespann (Leonurus cardiaca). Liebt stickstoffreichen Boden
 
  • Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys). Steingarten
 
 
Schmetterlingsblütler
 
 
• Hauhechel (Ononis-Arten). Steingarten
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Glockenblumen-Gewächse
 
  • Glockenblumen (Campanula-Arten), blau, z.B. Knäuel-Glockenblume (C. glomerata) und Pfirsichblättrige Glockenblume (C. persicifolia) für das Staudenbeet. Ranken-Glockenblumen (C. poscharskyana, C. portenschlagiana) für Steingarten und Trockenmauer. — Alle Glockenblumen sind bei vielen Bienenarten äußerst beliebt; unverzichtbar sind sie für die spezialisierte Scherenbienen-Arten Osmia rapunculi, Osmia cantabrica und Osmia campanularum sowie die Glockenblumen- Sägehornbiene Melitta haemorrhoidalis.
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  • Ausdauernde Sandrapunzel (Jasione laevis). Steingarten
 
 
Rauhblatt-Gewächse
 
  • Lungenkraut (Pulmonaria-Arten). Halbschatten. Wichtig als Frühlings-Nahrung für einige Hummelköniginnen und die Frühlings-Pelzbiene Anthophora plumipes.
 
  • Gemeiner Beinwell (Symphytum officinale). Feuchter Gehölzrand. Rauher Beinwell (Symphytum asperum). Lang blühende, hervorragende Hummelblume.
 
 
Dickblatt-Gewächse
 
  • Fetthennen (Sedum-Arten), v.a. Felsen-Fetthenne (Sedum reflexum). Steingarten, Trockenmauer. Größere Bestände der Felsen-Fetthenne (1/4 qm und mehr) verteidigen die Männchen der Spalten-Wollbiene Anthidium oblongatum als Nahrungsrevier für ihre Weibchen. Andere Männchen werden verjagt.
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Kreuzblütler
 
  • Blaukissen (Aubrietia deltoidea). Steingarten, Trockenmauer. Besonders gern patrouillieren die Männchen der Frühlings-Pelzbiene an dieser Pflanze.
 
  • Steinkraut (Alyssum-Arten) für Steingarten und Trockenmauer, z.B. Berg-Steinkraut (A. montanum), Felsen-Steinkraut (Alyssum saxatile)
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  • Schweizer Schöterich (Erysimum helveticum).Steingarten. Wichtig für Schöterich-Mauerbiene (Osmia brevicornis).
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  • Nachtviole (Hesperis matronalis). Staudenbeet. Wird ebenfalls gern von Osmia brevicornis besucht.
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Korbblütler
 
  • Wollige Strohblume (Helichrysum thianshanicum). Steingarten; v.a. auch das lang blühende Helichrysum x »Schwefellicht«, ebenfalls für den Steingarten. Beide Arten liefern Baumaterial für Wollbienen (Anthidium).
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  • Gold-Schafgarbe (Achillea filipendulina). Staudenbeet. Beliebt bei der Buckel-Seidenbiene (Colletes daviesanus) und der Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus).
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  • Rainfarn (Tanacetum vulgare), besonders wichtig für Buckel-Seidenbiene (Colletes daviesanus) und Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus).
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  • Färber-Kamille (Anthemis tinctoria). Sonnige Plätze. Wird sehr gerne von der Löcherbiene Osmia truncorum besucht.
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  • Schwertalant (Inula ensifolia). Steingarten
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  • Wiesen-Alant (Inula britannica), nicht zu trockene Stellen, breitet sich schnell aus
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  • Ruhr-Flohkraut (Pulicaria dysenterica), Tümpelrand
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  • Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium)
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  • Rispen-Flockenblume (Centaurea stoebe). Trockenwarmer Standort. In der Oberrheinischen Tiefebene gerne von der Löcherbiene Osmia crenulata genutzt.
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  • Kugeldistel (Echinops ritro). Staudenbeet.
 
 
Primelgewächse
 
  • Punkt-Gilbweiderich (Lysimachia punctata), Heckenrand, Staudenbeet.
• Gewöhnlicher Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris), Tümpelrand, Sumpfbeet, beide sind Pollenquellen der gelegentlich auch in Gärten auftretenden Wald-Schenkelbiene Macropis fulvipes. Die nah verwandte Auen-Schenkelbiene (Macropis europaea) ist für Niedermoore und Hochstaudenfluren feuchter Standorte charakteristisch.)
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Doldengewächse
 
  • Edeldistel (Eryngium-Arten), v.a. Flachblättriger Mannstreu (Eryngium planum), liebt sonnigen, durchlässigen Boden. In der Oberrheinischen Tiefebene sehr beliebt bei der Luzerne-Blattschneiderbiene (Megachile rotundata).
 
 
Malvengewächse
 
 
• Malva-Arten, z.B. Moschus-Malve (Malva moschata), Rosen-Malve (Malva alcea). Staudenbeet.
 
 
Lysmiachia punctata, Punkt-GilbweiderichSchenkelbiene Macropis fulvipes beim Pollensammeln an GilbweiderichLysimachia vulgaris, Gewöhnlicher Gilbweiderich

Die beiden Gilbweiderich-Arten Lysimachia punctata (links) und Lysimachia vulgaris (rechts) sind die Pollenquellen der Schenkelbienen-Art Macropis fulvipes (Mitte), die vereinzelt auch in Gärten vorkommt, wenn sie dort »ihre« Pollenlieferanten findet. Da die beiden Gilbweiderich-Arten keinen Nektar, sondern fette Öle in ihren Blüten produzieren, benötigt die Schenkelbiene zusätzlich andere Pflanzen als Nektarquellen. (Die zweite, in Mitteleuropa vorkommende Macropis-Art, M. europaea fliegt drei bis vier Wochen später und sammelt überwiegend außerhalb des Siedlungsbereichs an Lysimachia vulgaris.)

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