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Lebensraum Magerrasen

Verbesserung des Nahrungsangebots - 4 -

Pionierflächen

Auch ohne gezieltes Einsäen wachsen nach dem Umgraben verschiedene Pionierpflanzen auf einem »Ackerwildkräuterbeet«. Erfolgreicher ist aber die gezielte Einsaat von Samen bestimmter Ackerwildkräuter (oben rechts: Große Strahldolde, Orlaya grandiflora, Klatschmohn, Papaver rhoeas, Eselsdistel, Onopordium acanthium, im Hintergrund). Dies gelingt allerdings nur, wenn wir die spezifischen Keimtemperaturen und -zeiten berücksichtigen und im Herbst bzw. Frühjahr für offenen Boden sorgen, den alle Pionierpflanzen für Keimung und Entwicklung benötigen. Kornblume (Centaurea cyanus) und Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas) z.B. keimen schon im Herbst, der Acker-Senf (Sinapis arvensis) erst im zeitigen Frühling.

Kiesbeet im Garten

Junge Kiesfläche im Garten von Albi Krebs, auf der sich bald nach der Anlage
eine herrliche Pionierflora entwickelt hat.

Einige Pionierpflanzen kann man auch auf einem Schutthaufen (Bauschutt aus Mörtel und Steinen) im Garten ansiedeln. Beim Hausbau kann man auch einfach ein Stück Rohbodengelände zunächst ganz der Natur überlassen. Lehmiger Boden wird mit Kies oder Sand stark angereichert, um seine Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen und dadurch die Standortverhältnisse zu verbessern. Unerwünschte Pflanzen stellen sich dann weniger häufig ein. Sobald die Pflanzen ihre Samen verstreuten, bearbeiten wir den Boden, so daß sie sich selbst vermehren können. Wer viel Platz hat und die Kosten nicht scheut, kann auch eine LKW-Ladung mit ungewaschenen Kies oder mit Kalkschotter gemischter Korngrößen kaufen und im Garten an einer gut besonnten Stelle abkippen lassen. Die Kies- oder Schotterfläche kann man mit Pionieren trockenwarmer Standorte gezielt bepflanzen oder man überläßt sie einfach der Selbstbegrünung.

Echium vulgareReseda lutea

Wer den zweijährigen Blauen Heinrich oder Gewöhnlichen Natterkopf (Echium vulgare) (oben links) kultiviert, wird erstaunlich viele Wildbienen damit anlocken. Gleiches gilt für die Wilde Resede (Reseda lutea) (oben rechts), die außer Wildbienen auch noch sehr attraktiv für Grabwespen, Goldwespen und andere Hautflügler ist. Die Gewöhnliche Ochsenzunge (Anchusa officinalis) (unten links) wächst an sandigen Ruderalstellen; die Wollige Kratzdistel (Cirsium eriophorum) (unten rechts) wird nicht nur von Erdhummeln, sondern wie die meisten Disteln von vielen anderen, teils spezialisierten Bienenarten als Nektar- und insbesondere Pollenquelle genutzt.

Anchusa officinalisCirsium eriophorum

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