Schutzmaßnahmen
Der anhaltend starke Rückgang vieler Bienenarten in den vergangenen Jahrzehnten, der sich auch in den Roten Listen widerspiegelt (weitere Infos hier), erfordert wirksame Maßnahmen zu ihrem Schutz.
Grundlage jedes Wildbienenschutzes ist die Erhaltung der Lebensräume, d.h. die gleichzeitige Erhaltung der artspezifischen Nahrungsquellen und der Nistplätze sowie die Abstellung bzw. Verminderung der verschiedenen Gefährdungsfaktoren.
An der Spitze der Gefährdungsursachen steht die Zerstörung oder Verschlechterung der Lebensräume. Daher ist deren Schutz vorrangiges Ziel aller Schutzmaßnahmen. Eine ganze Reihe von Lebensraum-Typen läßt sich nur mit dem Instrument des strengen Flächenschutzes in Form von Naturschutzgebieten (NSG) erhalten. Zu diesen Lebensräumen gehören:
- Binnen- und Küstendünen sowie Flugsandfelder
- Magerrasen trockenwarmer Standorte
- Felsfluren und Abwitterungshalden
- Sand- und Bergheiden
- Großröhrichte und Landschilfbestände
- Streuwiesen
- Weichholz- und Hartholzauen
- Sand-, Kies- und Lehmgruben, die aufgelassen, aber noch offen sind.
Was deren Sicherung betrifft, so ist in den vergangenen 20 Jahren bereits einiges geschehen, doch mangelt es nach wie vor in vielen Naturschutzgebieten an einer Pflege, die nicht nur die Erhaltung eines nach pflanzensoziologisch Kriterien definierten Vegetationstyps zum Ziel hat, sondern auch die Ansprüche der Fauna ausreichend berücksichtigt.
Die Ansprüche vieler Bienenarten lassen sich aber mit traditionellen Flächenschutzmaßnahmen nicht erfüllen. Dies gilt insbesondere für solche Arten, die auf Bodenstörungen und die sich dort ansiedelnden Pflanzen, also auf dynamische Prozesse, angewiesen sind. Diese Tatsache wird auch bei der Pflege und Entwicklung vieler Naturschutzgebiete nicht oder viel zu wenig berücksichtigt.
Folgende Kleinlebensräume haben für die Erhaltung von Wildbienen eine besonders hohe Bedeutung:
- Reich strukturierte Waldränder, Waldlichtungen und Feldhecken, insbesondere mit südlicher Exposition.
- Zweischüriges, nur mäßig gedüngtes Grünland
- Kleine Sand- und Lehmentnahmestellen
- Blütenreiche Feldraine
- Hochstaudenreiche Graben- und Gewässerränder
- Flächen mit Pionier- und Ruderalvegetation, besonders auf Sand und Löß
- Totholzstrukturen
- Horizontale und vertikale, vegetationsfreie Erdaufschlüsse wie Erdwege, Abbruchkanten und Steilwände
Die Lebensräume der Wildbienen umfassen also Geländeausschnitte sehr unterschiedlicher Größe und Komplexität. Das Nistplatz und Nahrungsraum oft räumlich nicht zusammenfallen, ist deren räumlicher Verbund ausschlaggebend für eine Vielzahl von Arten. Diese sogenannte Teilsiedler-Problematik habe ich in einer in Englisch verfaßten Arbeit an einigen Beispielen dargestellt. [ Westrich 1996, das Zitat findet sich hier ] Sie sollte viel stärker als bisher bei Planungen, die die Landschaft betreffen, berücksichtigt werden.
Was aber kann ich persönlich tun?
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